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Studieren – Viele Hürden und ein offenes Ende

Ich möchte studieren, das steht fest. Schon fast 2 Jahre. Während meiner Ausbildung zur Mediengestalterin stand der Entschluss fest. Doch so einfach wie man sich das manchmal in seinem Leben wünscht, ist es nicht.

Alle die studieren möchten bewerben sich, so wie ich, an verschiedenen Unis, um sich die Chance zu wahren mindestens an einer Universität angenommen zu werden. Ich möchte Medien- und Kommunikationswissenschaften studieren und machte mich im großen Angebot der Universitäten auf die Suche nach diesem Studiengang. Bei einigen Universitäten wich der Studiengang inhaltlich ein wenig ab, hieß anders und wurde nur als 2-Fach-Bachelor angeboten und ich musste mich für ein Zweitfach entscheiden. Studien-Städte, die zu weit im Süden lagen, schloss ich für mich aus. Ich wollte zwar weg von zu Hause, aber höchstens drei bis vier Stunden mit der Bahn unterwegs sein. Viele Städte kamen für meinen Studienplatz nicht in Frage, weil sie einfach den Studienplatz nicht anboten, zu weit weg waren oder kleiner waren als meine jetzige Bleibe.

Ich entschied mich für insgesamt 12 Universitäten, unter anderem auch Braunschweig und Greifswald, als Notlösung. Am liebsten wäre mir Berlin gewesen. Nicht nur mir, denn ich wollte mit einer Freundin zusammen ziehen, die auch studieren wollte. Ob  uns aber die gleichen Unis beide annehmen würden, stand dort noch in den Sternen.

Wir schickten unsere Bewerbungen ab und dann hieß es warten. Und dieses Warten war das Schlimmste. Ab August schauten wir beide jeden Morgen in unsere Briefkästen. Nichts da. Bei meiner Freundin kamen schon Zusagen, auch von Universitäten, an denen wir uns nicht zusammen beworben hatte. Ich muss dazu sagen, dass sie einen anderen Studiengang gewählt hatte als ich. Nichts desto trotz wünscht man sich verdammt noch einmal ZUSAGEN.

Die ersten zwei Briefe waren nur Absagen. Enttäuscht. Sauer. So wie bei meiner Ausbildungsplatzsuche. Vergangene Erfahrungen schossen durch meinen Kopf und machten mich traurig. Geht das wieder so weiter wie vor drei Jahren?! Meine Gefühle fuhren Achterbahn, jeden Tag wenn ich in den Briefkasten schaute, ich hatte Gänsehaut und Angst vor dem Inhalt des nächsten Briefes. Was ich jetzt weiß, Montags kommt bei uns nie Post. Das hatte ich nach zwei Wochen jeweils am Montag so hinnehmen müssen.

Einige Tage später, eine Zusage von Greifswald. Na super. Meine Notlösung. Aber wenigstens etwas.
Das Schlimmste war, dass meine Freundin immer ein Tag früher als ich die Post von einer gemeinsam ausgesuchten Universität bekam. Sie hatte eine Zusage. Als ich am nächsten Tag den Brief öffnete war die Enttäuschung groß. Eine Absage. Dies wiederholte sich leider einige Male.

Nur Absagen und die Listen auf der Warteliste, nach Wartezeit. Ein schreckliches Gefühl. Man kann nichts tun. Rein gar nichts. Ich dachte acht Wartesemester würden irgendwie reichen, nachdem ich die Universitätsseiten studierte hatte und die Listen der letzten Jahre durchgegangen war. Die Absagen sollten mich später eines besseren belehren.

Als der Termin zum Einschreiben in Greifswald näher rückte, schrieb ich mich für Kommunikationswissenschaften ein. Eine anderen Weg gab es erst einmal nicht. Ich möchte keinesfalls Greifswald schlecht reden, oder  etwas gegen die Universität sagen. Ich war vor Ort in Greifswald und ich finde es ist eine kleine, bezaubernde Stadt. Doch ich wollte in eine Großstadt und am liebsten mit meiner Freundin zusammen ziehen. Zudem wird es schwierig eine Wohnung zu finden, die bezahlbar ist. Leider ist es so, dass mehr Nachfrage nach Wohnungen herrscht als es das Angebot her gibt. Meine Wohnungsbesichtigungen brachten mich auf den Boden der Tatsachen zurück und mich zum verzweifeln. Bei den Studentenwohnheimen gibt es jetzt schon lange Wartelisten. Mit dem Gedanken an eine WG kann ich mich bis jetzt immer noch nicht anfreunden. Ich habe seit 24 Jahren nur ein Zimmer. Das möchte man dann nicht noch länger haben als nötig.

Nichts von meinen schönsten Vorstellungen, mit meiner Freundin zusammen zu ziehen, ein tolle Wohnung zu suchen und letztendlich in einer Großstadt zu wohnen war eingetreten. Ich freue mich sehr für meine Freundin, die sich für ein Studium in Dresden entschieden hat. Ihre Wohnungssuche hat schon angefangen und wir haben festgestellt, dass Dresden um einiges günstiger ist als Greifswald.

Jetzt warte ich noch auf die Nachrückverfahren und wünsche mir das ich die nächsten zwei Wochen Post in meinen Briefkasten habe. Dann kommen noch die Losverfahren in Frage, die leider erst sehr spät entscheiden, ob man einen Studienplatz bekommt. Dieses Warten macht mich ein wenig wahnsinnig und ich wache jeden Morgen mit einem Gedanken auf, der sich ständig um mein Studium dreht.

Ich habe mich auch an einer Studienplatzbörse angemeldet. Vielleicht findet sich jemand der mit mir tauschen möchte.
Bist du die  oder der Richtige, die/der gerne mit mir ihren/seinen Studienplatz tauschen würde?

Eins steht leider fest. Zurück kann ich nicht mehr, meine Zukunft gefällt bis zum heutigen Tag auch nicht besonders.
Jetzt stellt sich nur die Frage ob es für mich persönlich ein kleines Happy-End gibt…